Persönlicher Bericht: 72 Stunden in Hamburg zur Bürgerschaftswahl

Manoj hat den Wahlkampf in Hamburg hautnah miterlebt und unterstützt. Das sind seine Eindrücke.

Aus den Kategorien Allgemeines, Kultur

vom 13. März 2020

Mein Name ist Manoj Jansen, ich bin 30 Jahre alt und Mitglied der Grünen in Erkelenz. Im Februar 2020 habe ich mich kurzfristig entschlossen, zum Abschluss der Hamburger Bürgerschaftswahl an er dortigen 72 Stunden Endspurtaktion der Grünen teilzunehmen.

Die Teilnahme war einfach, ich habe mich bei der Bundesgeschäftsstelle der Grünen gemeldet und wurde an Leon, einem Mitglied der Grünen Jugend Hamburg vermittelt, bei dem ich die drei Nächte von Donnerstag bis zum Wahlabend am Sonntag, den 23.02.2020, übernachten konnte.

Gesagt, getan, Mittwochabend, 21.00 Uhr in Erkelenz in den Zug gesetzt und wenige Stunden später, gegen 03:00 Uhr morgens, war ich in Hamburg.

 

Unterstützung aus ganz Deutschland

Der Wahlkampf dort lief auf Hochtouren und die Grünen Freunde in Hamburg gaben alles. Die grüne Spitzenkandidatin Katharina Fegebank nahm sich trotzdem Zeit und empfing uns 25 Wahlhelfer aus ganz Deutschland erst einmal zu einem Begrüßungsgespräch auf dem Hamburger Rathausmarkt. Katharina war überwältigt, dass so viele grüne Helfer sie im Endspurt unterstützen wollten. Für mich war es ein tolles Gefühl, Teil einer so fröhlichen und motivierten Gruppe zu sein. Bei einer  veganen Stärkung wurden wir über unsere Aufgaben informiert und bekamen einen Einblick in die Wahlkampfstrategie der Hamburger Grünen.

Dann ging es los! Wir fanden uns in Gruppen von sechs Wahlhelfern zusammen und zogen zur Hamburger Uni, kurz UHH. Ich verteilte dort Flyer und kam dabei mit vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch. Manche hatte schon feste Vorstellungen, wem sie ihre Stimme bei der Wahl geben wollten, viele ließen sich aber gerne auf ein Gespräch ein und ich konnte feststellen, dass die Grünen Ideen und Wahlkampfthemen bei den Studierenden gut ankamen, aber auch intensiv diskutiert wurden. So macht Wahlkampf einfach Spaß.

 

Mit Verstand gegen rechten Terror

Am 20.02.2020 gegen 16:00 Uhr haben wir, schockiert unter dem Eindruck der rechten Gräueltat von Hanau, den Wahlkampf abgebrochen. Gemeinsam mit vielen demokratischen Hamburger Bürgern sind wir am Abend vor die Hamburger AFD Zentrale gezogen und haben dort für unsere Vorstellung einer friedlichen und toleranten Gesellschaft demonstriert. Trotz der unfassbar grauenhaften Tat eines rechten Wahnsinnigen war es wichtig und richtig, diesen geistigen Brandstiftern und braunen Hetzern in der AFD zu zeigen, dass wir unsere Haltung für ein gerechtes und offenes Deutschland nicht ablegen und dafür einstehen. Unser Bundesvorsitzender Robert Habeck fand dafür die passenden Worte und bekam viel Beifall für die konsequente Grüne Politik im Umgang mit der AFD!

 

Flashmob und prominenter Besuch

Freitagmorgens ging es wieder früh raus zum Flyerverteilen auf der Hamburger Prachtmeile, dem Jungfernstieg. Hier war es erwartungsgemäß etwas schwieriger, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, doch boten sich dennoch viele Möglichkeiten, unsere grünen Vorstellungen von einer ökologischen und sozialen Politik an den Mann/die Frau zu bringen.

Mittags haben wir uns dann an einem „spontanen“ Flashmob mit grünen Regenschirmen auf dem Hamburger Isemarkt beteiligt, einer sehr spaßige Aktion. Im Anschluss daran kam mein persönlicher Höhepunkt: Wir haben uns an der „Fridays For Future“ Demo in Hamburg beteiligt. Neben Robert Habeck und unserem Bundesgeschäftsführer Michael Kellner war auch Greta Thunberg anwesend. Mir ist es egal, was andere Menschen über Greta sagen: Ich bin beeindruckt von ihrem Einsatz und ihrer Konsequenz!

 

Gespräche auf Augenhöhe

Samstagmorgens kam dann unsere spannendste Aufgabe im Wahlkampf: Wir haben Hamburger Grüne beim Haustürwahlkampf begleitet. Obwohl es auch einige Menschen gab, die ihre Tür nicht öffneten oder uns abwiesen, diskutierten wir auch hier mit vielen Menschen. Wir führten gute Gespräche. Auch wenn manche unserer Gegenüber andere politische Vorstellungen hatten, so wurde respektvoll miteinander umgegangen. Das eint uns Demokraten in unserer Haltung gegen rechts.

Den Abschluss bildete dann der Kneipenwahlkampf, der gerade in Hamburg nicht fehlen darf. Bis acht Uhr morgens zogen wir durch die Hamburger Kneipenviertel, sprachen mit Passanten und Kneipengästen, diskutierten und feierten.

 

Wahlergebnis verdoppelt

Sonntags schliefen wir aus und nach einem ausgiebigen Frühstück mit meinen netten Gastgebern ging es dann auf die Wahlparty im KNUST. Wir wurden für unseren Einsatz belohnt. Zum angestrebten Wechsel an der Stadtspitze kam es zwar nicht, aber mit fast 25% – jeder vierten abgegeben Stimme – konnten wir das Grüne Wahlergebnis in Hamburg verdoppeln. Ein toller Sieg! Den feierten wir an diesem Abend gebührend mit Katharina Fegebank und Annalena Baerbock. Noch in der Nacht fuhr ich dann wieder zurück nach Erkelenz – denn schließlich war ja Rosenmontag.

 

Mein Fazit

Wir Grüne sind eine tolle Partei und es lohnt sich, für unsere Ziele einzutreten! Wenn du selber mithelfen möchtest, Erkelenz ein wenig grüner zu machen, kein Problem, melde Dich bei uns auf www.gruene-erkelenz.de!

 

Euer Manoj

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