Ökologie und Naturschutz

Einleitung

Das Thema Ökologie spielt in der Ratspolitik der Stadt Erkelenz seit langen Jahren nur ein Schattendasein. Obwohl alle Fraktionen und natürlich auch die Verwaltungsspitze der Stadt Erkelenz gerade den Umwelt- und Klimaschutz als wichtig und die Erhaltung der ökologischen Vielfalt als Erhaltenswert für die Stadt bezeichnen, finden sich diese wichtigen Ziele in der konkreten Politik der Stadt Erkelenz nicht wieder:

Beispiel: Bäume in der Innenstadt

Das Stadtbild der Stadt ist grün, das Bild vieler Ortsteile ist immer noch geprägt von Grünflächen, Bäumen und Wiesen.  Eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität ist der Gegenwert, den der Bürger aus diesem Grün zieht. Für die Umwelt sind diese Grünflächen lebensnotwendig und unbedingt zu erhalten.

In der Innenstadt von Erkelenz wandelt sich das Bild. Viele der Bäume in der Innenstadt wurden nach dem Krieg gepflanzt. Sie erreichen jetzt ein Alter, in dem Rückschnitte und Baumfällungen insbesondere aus Gründen der Unfallverhütung notwendig werden können. Auf Grund des für die Bäume stressigen Standortes erreichen Bäume in Innenstädten nicht so das gleiche Alter wie Bäume an geeigneteren Standorten. Dieser Austausch von Bäumen ist normal und nicht zu beanstanden. Die Grünen wehren sich jedoch gemeinsam mit vielen Bürgern dagegen, dass Nachpflanzungen immer häufiger ausbleiben.

So unterstützen wir eine Unterschriftensammlung mit dem Ziel, die gefällten Linden am Alten Rathaus wieder durch Jungbäume zu ersetzen. Dieser Wunsch mehrerer tausend Bürger wird immer noch von der Verwaltung ignoriert.

Die Südpromenade in Erkelenz ist nach ihrer Neugestaltung eine Promenade ohne Bäume. Wikipedia sagt dazu: „Eine Promenade (franz. se promener ~ spazieren) ist ein großzügig und aufwendig ausgebauter Fußgängerweg. Als Promenaden werden diese Fußgängerbereiche insbesondere dann bezeichnet, wenn sie über große Flanierqualität und interessante Blickbeziehungen verfügen. Angelegte Promenaden dienen also in der Regel in erster Linie dem Lustwandeln und nur in zweiter Linie pragmatischen Fußgänger-Verkehrs-Funktionen. Häufig werden sie von Grünstreifen und/oder Baumreihen eingefasst, teilweise werden Promenaden für einen besseren Blick auch auf erhöhtem Niveau.“ Die Südpromenade verdient ihren Namen leider derzeit nicht. Das würden wir Grüne gerne wieder ändern.

Der Bahnhofsvorplatz ist nach seiner Neugestaltung eine wahre Pflasterwüste. Dieser Bereich ist das Eingangstor zur Kölner Straße. Aber wie auch die Kölner Straße selbst, wurde dieser Bereich fast vollständig von Bäumen und Natur „befreit“. Die für eine Einkaufsstraße notwendige Aufenthaltsqualität, die Einladung zum Bummeln, das Wohlfühlelement gehen dieser einst schönen Straße mittlerweile völlig ab. Eine größtenteils fußgängerfreundliche Kölner Straße, mit vielen Grünelementen und Plätzen, an denen man sich hinsetzt, ausruht und geniessen kann, könnte diesen Einkaufsbereich positiv beeinflussen und wäre obendrein ein nicht zu verachtender Gewinn für die Vögel und Insekten in der Innenstadt.

Geht man mit offenen Augen durch die Stadt, so sieht man immer mehr Gärten, die zur Baustellen werden, immer weniger ökologischen Raum in der Innenstadt. Auch wir Grüne möchten eine Stadt der kurzen Wege und einen florierenden Handel in unserer Stadt. Aber unsere Rezepte setzen nicht auf immer mehr (legale und illegale) Parkplätze. Unsere Vorstellungen gehen wieder zu mehr Grün in der Stadt, zu Fassaden- und Dachbegrünungen, zu kleinen grünen Lungen. Entsprechende Anträge werden regelmäßig von den Fraktionen der CDU, FDP. UWG/Freie Wähler und auch von der Bürgerpartei/Graue Panther abgelehnt. Ökologische Konzepte sind bei diesen Parteien Fehlanzeige.

In den Außenbereichen der Stadt Erkelenz haben sich die Grünen erfolgreich für mehr Blühwiesen eingesetzt. Zwar ist das Ergebnis noch recht kleinflächig, aber auch hier werden sich die Grünen für eine Ausweitung dieser insektenfreundlichen Blühflächen einsetzen.

Erkelenz ist historisch bedingt eine der waldärmsten Städte in NRW. Zusätzlich werden derzeit im Erkelenzer Osten tausende Bäume für den Tagebau Garzweiler II gerodet. Viele andere Städte bieten ihren Bürgern die Möglichkeit, zu besonderen Anlässen einen Baum zu stiften und in einem „Bürgerwald“ zu pflanzen. Ein kleines Schild erinnert an den Anlass dieser Stiftung, beispielsweise Hochzeit, Geburt, Firmengründung, Schulentlassung. So können die die Stifter des Baumes auch nach Jahrzehnten noch „ihren“ Baum besuchen und sich des Anlasses erinnern. Ganz nebenbei bietet ein solcher Bürgerwald eine für Tiere und Pflanzen wichtige Unterbrechung in unserer ausgeräumten, landwirtschaftlich geprägten Heimat. Geeignete Standorte für einen (oder mehrere) Bürgerwälder wollen die Grünen gemeinsam mit den Bürgern festlegen.

Auch mit dem Antrag „Der geschenkte Baum“ möchten wir Grüne unseren Bürgern einen Anreiz zu mehr Ökologie geben. Danach soll jeder Bürger einen Baum geschenkt bekommen, wenn er seinen Garten vor oder hinter dem Haus ökologisch gestaltet und auf Schotterbeete verzichtet. Wir wollen hier nicht den Weg des Verbotes gehen, vielmehr ist es unser Ziel, dass jeder Bürger den Nutzen und Schönheit eines natürlich gestalteten Gartens erkennt. Dies war auch das Ziel eines Vortragsabends in der Baumschule Morjan in Erkelenz Grambusch. Dort erläuterte Daniel Morjan anschaulich, dass auch ein naturnaher Garten nicht zwangsläufig mehr Arbeit bedeutet, wenn der Garten gut geplant und mit den entsprechenden Pflanzen bestückt wird.

Die Erkelenzer Grünen haben ein Nutzungsverbot der krebserregenden, glyphosathaltigen Unkrautvernichter auf städtischen Flächen gefordert. Dies wurde von der Stadt Erkelenz abgelehnt.

Auch der Grüne Vorschlag nach Förderung von pestizidfreien Randstreifen an Äckern ist der CDU ein Dorn im Auge. Ein Ratsherr der CDU, selbst Landwirt, forderte einen finanziellen Ausgleich der Landwirte für den Schutz von Umwelt und Artenvielfalt. Ganz davon abgesehen, dass der finanzielle „Schaden“ der hiesigen Landwirtschaft durch pestizidfreie Ackerrandstreifen gegen Null tendiert, zeigt die Argumentation dieses Landwirtes, der sich die gesamte CDU Ratsfraktion anschloss, welch geringe Rolle die Ökologie in der Denkweise der CDU spielt.

Aber Ökologie ist nicht nur Natur- und Klimaschutz. Seit langem fordern die Grünen, den Energiebedarf der städtischen Gebäude durch regenerative Energien zu decken. Mit immer neuen, eher fadenscheinigen Gründen werden sämtliche Vorschläge der Grünen, z. B. der Bau eines „städtischen“ Windrades abgelehnt. Gleichzeitig wird zwar in die energetische Erneuerung der städtischen Gebäude investiert, trotzdem steigt der städtische Energiebedarf.

Auch die Themenbereiche ÖPNV und Fahrradfreundliche Stadt sind ökologisch wichtige Ansätze.

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Ökologie und Naturschutz

Anträge, Beschlüsse, Aussichten

Was konnten wir bereits erreichen? Was wird gerade besprochen? Was sagt die Presse dazu? Die Antworten und alle weiteren wichtigen Inhalte zum Thema Ökologie und Naturschutz findest du hier:

Kurzbeschreibung des Antrags

Die Fraktion BÜNDNIS 90/Die Grünen im Rat der Stadt Erkelenz stellt nachfolgenden Antrag zur Beratung im zuständigen Ausschuss:

„Die Stadt Erkelenz fördert die Entsiegelung der mit Kies und Schotter bedeckten Garten- und Gewerbegebietsflächen mit einem festzulegenden Betrag pro Quadratmeter.
Zudem wird eine Festsetzung in zukünftigen Bebauungsplänen nach § 9 Abs. Nr. 1 Nr. 16d, 20 und 25 BauGB getroffen, die eine Errichtung von versiegelten Gartenflächen („Schottergärten“) nicht mehr vorsieht.“

 

Begründung

Der seit einigen Jahren bekannte Trend zu sogenannten Schottergärten führt zu ökologischen Problemen und verändert das Bild ganzer Straßen im negativen Sinne. Mittlerweile greifen Gemeinden aus guten Gründen regulierend ein und schaffen Anreize zu einem Rückbau toter Gärten. Auch der Städte- und Gemeindebund NRW bezieht in seiner Veröffentlichung Handlungsempfehlung zum Umgang mit Schottergärten klar Position.

Vorteile einer Entsiegelung bestehender Flächen und Verhindern weiterer Versiegelungen sind:

  • Verbesserung des Mikroklimas
  • Verhinderung der Entstehung von Hitzeinseln
  • Wiederherstellung bzw. Bewahrung der natürlichen Bodenfunktion
  • Entlastung der Kanäle
  • Positiver Effekt auf Flora und Fauna (hier: Insektenschutz)
  • Positiver Effekt auf das Straßenbild

In der näheren Umgebung hat die Stadt Korschenbroich ein ähnliches Programm aufgelegt.

In Zeiten abnehmender Insektenbestände, verödender Gärten und Klimawandel bedingter Probleme wie Überhitzung und Kanalnetzüberlastung bietet sich der Stadt Erkelenz hier die Gelegenheit, positive Effekte zu generieren und ihrer Vorreiterrolle im Kreis Heinsberg hinsichtlich Nachhaltigkeit erneut gerecht zu werden.

Historie des Antrags

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Kurzbeschreibung des Antrags

Grüner Antrag – Nachhaltig in die Zukunft

Im September 2019 waren sich alle Fraktionen im Rat der Stadt Erkelenz einig: Im Angesicht der drohenden Klimakatastrophe müssen auch auf lokaler Ebene neue Schwerpunkte gesetzt werden. Während andere Städte den Klimanotstand ausriefen, entschied man sich für den Erkelenzer Weg einer Selbstverpflichtungserklärung. Man anerkannte „die Eindämmung des Klimawandels und seiner schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität“.

Die Fraktion der Grünen hat nun einen Antrag eingebracht, der die Selbstverpflichtungserklärung mit Leben füllt. Die Stadt Erkelenz soll eine Nachhaltigkeitsstrategie und einen Nachhaltigkeitshaushalt entwickeln. Dies müsste nicht alleine erarbeitet werden, sondern mit Unterstützung des Landes NRW, welches in diesem Zusammenhang Unterstützung anbietet.

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, aber leider häufig zu einem leeren Schlagwort geworden. Die Erkelenzer Grünen haben hingegen klare Ideen. Mehr Bürgerbeteiligung soll dazu führen, dass die Menschen in unserer Stadt an Entscheidungen beteiligt werden und sich mehr mitgenommen fühlen. Es soll wieder mehr Grün Einzug halten in unsere Straßen und Plätze, es braucht mehr Klimaschutz und einen vernünftigen Umgang mit der knapper werdenden Ressource Wasser.

Bezahlbarer Wohnraum, klimaschonende Mobilität und ein breites Angebot an Kultur und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten sind weitere Aspekte, aber noch lange nicht alle.

Wir wollen ein neues Denken anstoßen, wir erkennen die Herausforderungen der Zukunft und nehmen sie an. Wir wollen, dass heute die richtigen Entscheidungen für die nächsten Generationen getroffen werden.

Wir laden alle Bürger*innen, Mitglieder von Rat und Verwaltung sowie Bürgermeister Muckel ein, an der Vision einer zukunftsgewandten, nachhaltigen Stadt Erkelenz mitzuwirken.

Grüne fordern Nachhaltigkeitsstrategie (RP Online)

Historie des Antrags

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Kurzbeschreibung des Antrags

Der Rat der Stadt Erkelenz beschließt, jedem Bürger der Stadt Erkelenz, der seinen Vorgarten/Garten ökologisch/insektenfreundlich gestaltet, einen Baum zu schenken.

Die Liste der Bäume und die weiteren Voraussetzungen folgen im Anhang. Die  Fördermaßnahme wird unter dem Namen: Der geschenkte Baum! durchgeführt.

Historie des Antrags

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Kurzbeschreibung des Antrags

„Die Verwaltung wird beauftragt im zuständigen Produktbereich 20.000 Euro (jeweils 10.000 Euro) für die Förderung von Dach- und Fassadenbegrünungen für das kommende Haushaltsjahr einzustellen. Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz in Erkelenz bzw. vermieteten Wohngebäuden in Erkelenz erhalten
a) für die Neuanlage von „echten“ Gründächern 10 Euro Förderung pro Quadratmeter bis zu einer maximalen Unterstützung von 500 Euro.
b) pauschal 200 Euro für die Begrünung der Straßenfassade des Gebäudes.
Die konkrete Ausformulierung der Förderrichtlinie ist vom Fachamt zu erstellen.“

Historie des Antrags

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